Unser Demenzkonzept
Menschlichkeit im Mittelpunkt
Mit einem umfassenden Konzept, das Würde, Alltag und Beziehung verbindet, wurde unsere Einrichtung als „Demenzsensible Einrichtung" für die Jahre 2026 und 2027 ausgezeichnet.
In einer Zeit, in der die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen stetig wächst, setzt unsere Einrichtung ein starkes Zeichen: Mit der Verleihung des Zertifikats als „Demenzsensible Einrichtung" für die Jahre 2026 und 2027 wurde das Elisabeth Tombrock Haus für eine Arbeit gewürdigt, die weit über medizinische Versorgung hinausgeht und den Menschen mit seiner Biographie, seinen Bedürfnissen und seiner Würde in den Mittelpunkt stellt.
Das Qualitätssiegel spiegelt ein ganzheitliches Konzept wieder, das in jahrelanger Facharbeit entwickelt und konsequent weiterentwickelt wurde. Herzstück ist die Überzeugung, dass Demenzpflege dann gelingt, wenn sie nicht nur pflegt, sondern versteht den Menschen, sein Leben, seine Geschichte.
„Wir begleiten Menschen, nicht Diagnosen. Jeder Bewohner bringt ein ganzes Leben mit und das verdient Respekt, Aufmerksamkeit und Wärme."
Grundlage des Konzepts bildet das Normalisierungsprinzip: Menschen mit Demenz sollen so normal wie möglich leben mit vertrauten Tagesabläufen, sinnvollen Tätigkeiten und echten Beziehungen. Ergänzt wird dies durch einen milieutherapeutischen Ansatz, der die räumliche und soziale Umgebung gezielt so gestaltet, dass sie Orientierung, Sicherheit und Wohlbefinden fördert.
Besondere Bedeutung kommt der Biographieorientierung zu: Was hat die Person geprägt? Welche Gewohnheiten, Vorlieben und Erinnerungen sind ihr wichtig? Diese Fragen stehen am Beginn jeder Begleitung und fließen in alle Maßnahmen ein, von der Tagesstruktur bis zur Gestaltung der Mahlzeiten. Hinzu tritt ein verstehender und wertschätzender Umgang, der Herausforderungen im Verhalten als Kommunikation begreift und nicht als Problem.
Maßnahmenbereiche des Demenzkonzepts sind
- Wohnen und Milieugestaltung,
- Tagesstruktur und Alltagsbegleitung,
- Beziehungsgestaltung,
- Aktivierungsangebote,
- Mahlzeitengestaltung,
- Qualitätsplanung und -sicherung,
- Begleitung der Angehörigen,
- Mitarbeiter und Fortbildung,
- Interne und externe Vernetzung,
- Öffentlichkeitsarbeit.
Das Konzept erstreckt sich somit auf zehn konkrete Maßnahmenbereiche, von der Wohnraumgestaltung über die Begleitung von Angehörigen bis hin zur Vernetzung mit externen Partnern. Auch die kontinuierliche Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist fest verankert: Denn sensible Demenzpflege ist kein Zustand, sondern ein dauerhafter Lernprozess.
Die Angehörigen spielen eine besondere Rolle: Sie kennen die Person oft am besten und brauchen ihrerseits Unterstützung, Beratung und das Gefühl, ernst genommen zu werden. Ihre Einbeziehung ist daher fester Bestandteil des Konzepts, ebenso wie die aktive Öffentlichkeitsarbeit, die das Thema Demenz aus der Stille ins gesellschaftliche Gespräch bringt.
Das Zertifikat, gültig für 2026 und 2027, ist Anerkennung und Ansporn zugleich. Es bestätigt, was tagtäglich gelebt wird und verpflichtet dazu, diesen Weg konsequent weiterzugehen: im Sinne aller Menschen, die auf eine Pflege vertrauen, die sie wirklich sieht.



