Montag, 14.04.2008

Zum Nutzen der Bewohner Arbeitsabläufe weiter professionalisiert

Elisabeth-Tombrock-Haus definiert Zuständigkeiten von Hauswirtschaft und Pflege neu

 

Irmgard Deutscher (l.) bei der Medikamentenversorgung, Barbara Swierzy präsentiert das Mittagessen für die Bewohner

„Früher“, erinnert sich Einrichtungsleiterin Anne Troester, „war das Pflegepersonal neben der Pflege der Bewohner noch für allerlei anderes zuständig: beispielsweise für das Beziehen der Betten, für die Getränkeversorgung, nicht selten sogar für die Zubereitung von Leberwurstbroten“. Früher, wie gesagt. Seit geraumer Zeit sieht das anders aus: Das Elisabeth-Tombrock-Haus hat den Bereich der Hauswirtschaft gestärkt und das Konzept der Pflege erneuert. Der Kernpunkt: Beide Bereiche haben klare Zuständigkeiten. Jede Seite weiß, wofür sie zuständig ist – und wofür nicht.

Neue Definition von Verantwortlichkeiten
Die Umstrukturierung begann im Jahr 2004 und ging seither Schritt für Schritt vonstatten: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege konzentrieren sich nun auf die pflegerischen Kernarbeiten. Dazu zählen vor allem die Körperpflege mit den Prophylaxen, die Mobilisation sowie die ärztlich verordneten Behandlungen. Den „Service rundherum“ übernimmt die Hauswirtschaft. Sie gewährleistet unter anderem die Versorgung der Bewohner mit Speisen und Getränken, die Reinigung und Pflege der Wäsche sowie die Gestaltung und Dekoration des Hauses. Die planerische Grundlage dazu findet sich im Hauswirtschaftskonzept des Elisabeth-Tombrock-Hauses. Das 16-seitige Papier, das von Hauswirtschaftsleiterin Käthe Winkelmann und Einrichtungsleiterin Anne Troester erarbeitet wurde, konnte bereits vor der gesetzlich vorgeschriebenen Frist eingeführt werden.

Der konkrete Nutzen für die Bewohner
Die Neustrukturierung bringt für die Bewohner des Seniorenheims vielfältige Verbesserungen:
- Verbesserter Blick auf Lebensgewohnheiten (Lieblingsspeisen, Essensgewohnheiten, etc.)
- Jahreszeitliche Gestaltung der Tagesräume, Flure, etc.
- Hauswirtschaftliche Servicekräfte sind in den Wohnküchen präsent für Bewohner und Angehörige, sie unterstützen die Gestaltung des Alltags und des Tagesablaufs
- Dadurch werden die Pflegekräfte entlastet und können sich vorwiegend um die Pflege der Bewohner kümmert
- Die Entlastung des Pflegepersonal kommt den Bewohnern zugute
- Die Bewohnerinnen und Bewohner fühlen sich wohl und leben in einer angenehmen, vertrauten, häuslich gestalteten Atmosphäre.

Die Rolle der Hauswirtschaft im Elisabeth-Tombrock-Haus
In den Wohnküchen garantieren hauswirtschaftliche Servicekräfte eine qualitätsvolle hauswirtschaftliche Versorgung und sind wichtige Ansprechpartnerinnen für die Bewohnerinnen und Bewohner. Dies gilt für die Mitarbeiterinnen im Restaurant und in der Cafeteria sowie in der Wäscherei.
Zur Qualitätssicherung der hauswirtschaftlichen Leistungen wird eine verantwortliche hauswirtschaftlichen Fachkraft mit Management-Kompetenz als Abteilungsleitung eingesetzt. Durch geplante, kontinuierliche Fortbildungen ist eine ständige Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichergestellt. Um auf die Bedürfnisse der alten Menschen, insbesondere bei demenziell erkrankten Bewohnern eingehen zu können, sind die Servicemitarbeiterinnen speziell fortgebildet worden.
Um eine optimale Versorgung der Bewohner zu erreichen, nehmen alle Berufsgruppen an den monatlichen Teamsitzungen der Wohnbereiche teil.

Erfahrungen mit der Umstrukturierung
Der hHimbeirat hat die Entwicklung diese Prozesses kritisch und unterstützend begleitet. Heinz Wehnhardt, Vorsitzender: "Die Versorgung der Bewohner ist professionell organisiert und die Umgebung anregend gestaltet - es ist häuslicher geworden!"
Barbara Swierzy, Hauswirtschaftsmitarbeiterin: „In unseren Fortbildungen haben wir gelernt, den Bewohnern die Mahlzeiten so vorzubereiten und zu präsentieren, dass sie mit allen Sinnen genießen können. Sie sollen das Essen sehen, riechen und als ‚Fingerfood’ in die Hand nehmen können!“
Irmgard Deutscher, Wohnbereichsleiterin und ausgebildete Krankenschwester: „Durch die klare Aufgabenverteilung kann ich mich viel intensiver um die Pflege der Bewohner kümmern.“