Mittwoch, 21.09.2016

Vortrag am Welt-Alzheimertag: Reizüberflutung bei Demenz

Am Welt-Alzheimertag, dem 21. September, fand ein Vortrag zum Thema „Reizüberflutung bei Menschen mit Demenz und ihre Folgen“ im Elisabeth-Tombrock-Haus statt. Referent war Frank Quibeldey, Oberarzt der Gerontopsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am St. Marien-Hospital Hamm.

Angehörige, aber auch beruflich Betreuende möchten den Alltag von Menschen mit Demenz möglichst abwechslungsreich gestalten, denn eine sinnvolle Beschäftigung und Alltagsstrukturierung tragen wesentlich zur Lebensqualität bei. Doch Menschen mit Demenz haben mit zunehmendem Verlauf ihrer Erkrankung Schwierigkeiten, Reize zu filtern und differenziert wahrzunehmen. So kommt es schnell zu einer Reizüberflutung, die den Erkrankten überfordert. Eine ständige Reizüberflutung kann ablehnendes, oft sogar aggressives Verhalten hervorrufen. Zuwenig Aktivität kann dagegen zu Apathie und Rückzug führen.
Welche Faktoren begünstigen eine Über- oder Unterforderung? Diese und andere Fragen konnte der Referent in seinem Vortrag anschaulich beleuchten.

Der Vortrag war eine Kooperationsveranstaltung vom Elisabeth-Tombrock-Haus, dem Demenz-Servicezentrum Münsterland sowie der Alzheimer Gesellschaft im Kreis Warendorf e.V. für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.

Seit 1994 finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation der Alzheimer-Kranken und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen.
Weltweit sind etwa 46 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Bis 2050 wird die Zahl auf voraussichtlich 131,5 Millionen ansteigen, besonders dramatisch in China, Indien und den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.
Der Welt-Alzheimertag wird von der Dachorganisation Alzheimer's Disease International (London) (www.alz.co.uk) weltweit unterstützt.