Samstag, 20.05.2017

Ungewöhnliche Harfe verzaubert die Senioren

Ahlen. Zu den zauberhaften Klängen eines ungewönlichen Instrumentes haben Bewohner des Elisabeth-Tombrock-Hauses am Donnerstag ein ganz besonderes Geschenk für sie gefeiert. Der Förderkreis Diakonie, vertreten durch Pfarrer em. Heinz Aden und Brigitte Malek, haben dem Haus eine Veeh-Harfe geschenkt, mit der die Bewohner, wenn sie denn möchten, auch selbst Musik gestalten können.

Lieselote Fiedler, Angelika Georges, Anne Troester, Heinz Aden, Brigitte Malek und Ulrike Bultmann

Und um allen zu zeigen, wie eine solche Veeh-Harfe funktioniert, haben Angelika Georges, Musikpädagogin für ältere Menschen, und Alltagsbegleiterin Ulrike Bultmann mit dem Geschenk sowie einer Zauberharfe eine erste kleine Kostprobe ihres Könnens gegeben, bevor Bewohnerin Lieselotte Fiedler, die früher selbst Künstlerin gewesen ist, ihre ersten Töne auf der Veeh-Harfe zu Gehör brachte.

Das neue Instrument soll im Rahmen von musikalischen Einzelbegleitungen durch die Musikgeragogin eingesetzt werden. Außerdem hat diese bereits weitere Kolleginnen für den Einsatz am neuen Instrument geschult, sodass nun auch weitere Alltagsbegleiterinnen das Zupfinstrument in ihre Kleingruppenangebote aufnehmen können.
Aufgrund der einfachen Handhabung ist die Veeh-Harfe auch von demenziell erkrankten Bewohnern spielbar. Die Veeh-Harfe setzt neue Akzente in der Hausmusik, was den Bewohnern des Elisabeth-Tombrock-Hauses zugute komme. Deshalb sagt Einrichtungsleiterin Anne Troester dem Förderverein Diakonie und seinen Vertretern Dank für das Geschenk. Denn eine Veeh-Harfe sei mit einem Preis von etwa 1000 Euro ansonsten für das Haus unerschwinglich gewesen.

Benannt ist das Instrument übrigens nicht nach einem Märchenwesen, sondern nach seinem Erfinder, dem Landwirt Hermann Veeh, der für seinen Sohn ein einfach zu erlernendes Instrument gesucht hatte. Der Junge war mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen und äußerst musikalisch. In Anlehnung an alte Saitenzupfinstrumente mit Notenschablonen experimentierte Hermann Veeh in einer mehrjährigen Test- und Bauphase an einem völlig neuen Instrument.
Und so ermöglicht die Veeh-Harfe eine ganz neue Art des gemeinsamen Spielens. Für viele Menschen eröffnete sich durch sie eine wunderbare Welt. Der Traum vom gemeinsamen Musizieren von Menschen mit unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten wurde Wirklichkeit.

Umso mehr freuen sich jetzt die Senioren darüber, dass ihnen ein solches Instrument zur Verfügung gestellt wurde.

Ahlener Tageblatt, 20. Mai 2017