Donnerstag, 02.06.2016

Ordensbesuch verbindet Kontinente: Nord- und Südamerikanerinnen in Ahlen

Ahlen. Sie sind unterwegs auf den Spuren ihrer Ordensgründerin - geistlich sowieso und mitunter ganz wörtlich: 15 „Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes“ aus Brasilien und den USA haben kürzlich Ahlen besucht.

Der Orden geht auf die Ahlenerin Elisabeth Tombrock zurück. Das nach ihr benannte Seniorenheim an der Kapellenstraße war jetzt Anlaufpunkt für die Schwestern. „Das Elisabeth-Tombrock-Haus sieht sich der Zuwendung zu den Menschen ebenso verpflichtet, wie der Orden das tut“, erläuterte Einrichtungsleiterin Anne Troester bei der Begrüßung der von weither angereisten Gäste. Oberstes Ziel sei es, Senioren ein angenehmes Zuhause zu bieten. „Dazu gehören das Wohl- befinden der Bewohner, eine offene und herzliche Atmosphäre, die Vermittlung von Lebensfreude und Geborgenheit, Unterstützung und Förderung von Selbst- ständigkeit, eine spezielle Betreuung für demenziell erkrankte Bewohner und eine qualifizierte Pflege“, legte Troester in einer Präsentation dar. Unter den Zuhörerinnen war Schwester Livramento aus Brasilien, die Generaloberin des Ordens. Für die Übersetzung sorgte Schwester Gertrud von der deutschen Provinz in Münster. Anschließend feierten die Schwestern in der Kapelle des Elisabeth-Tombrock- Hauses einen Gottesdienst im Gedenken an die Ordensgründerin. Daran nahmen auch Barbara Portmann-Gawer vom Team der Ehrenamtlichen, Erhard Richard vom Förderverein und Hans-Dieter Mauer vom Heimbeirat teil. Eindrücke des Lebens in den Wohnbereichen, der Friseur-Stube sowie aus dem Entspannungs- raum für Mitarbeiter mit Massage-Sessel, der sofort getestet wurde, rundeten den Vormittag ab. 

Aufmerksamkeit fand auch das kürzlich installierte Kunstprojekt „Kreuzzeichen der Erinnerung“. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Seniorenheim ging es in die Altstadt. Dort fanden die Gäste aus Übersee bei einem geführten Rundgang mit Christa Paschert-Engelke weitere Spuren der Ordensgründerin. Etwa an der Mariensäule an der St. Marien Kirche: Dort weist eine Statuette auf die berühmte Ahlenerin hin. 

Aufgesucht wurden auch ihr Elternhaus, ihre einstige Volksschule (die heutige Albert-Schweitzer-Schule) und das St.-Vinzenz- Haus am Stadtpark. In diesem früheren Hospital hatten Ärzte im Jahr 1909 bei der jungen Elisabeth Tombrock eine schwere Tuberkulose festgestellt. Dagegen war die damalige Medizin machtlos. Die tiefgläubige junge Frau schloss sich einem Pilgerzug in den französischen Marien-Wallfahrtsort Louders an, wo sie auf wunderbare Weise geheilt wurde. Mit Unterstützung des aus Deutschland stammenden Bischofs Amandus Bahlmann gründete sie anschließend in Brasilien den Orden der „Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes“. Die Ordensfrauen engagieren sich bis heute in Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika für Waisen, Arme und Kranke - in Brasilien insbesondere in Favelas und für Indianer im Amazonas-Gebiet. AZ, 02.06.2016