Dienstag, 28.06.2011

Neuer Weg

Sozialpraktikum für sieben Wochen

AHLEN (ank). Einen neuen Weg hat die Religionsfachschaft an der Fritz-Winter-Gesamtschule eingeschlagen. Sie hat Schülern des achten Jahrgans angeboten, anstelle des Religionsunterrichts für sieben Wochen ein Sozialpraktikum abzuleisten.

„Wir haben nur die besten Erfahrungen gemacht und werden das Projekt auch im zweiten Halbjahr des neuen Schuljahres den achten Klassen anbieten“, zogen Simone Homborg und Sabrina Langhals jetzt eine positive Bilanz. Mit 25 Teilnehmern hatten die beiden Lehrkräfte gerechnet, am Ende hatten sich mehr als 60 gemeldet. Zwei Stunden pro Woche stellten sie sich in den Dienst der guten Sache. Bereits im Februar machten sie sich daran, Praktikumsplätze zu suchen. Für Joanna Brune stand schnell fest, dass sie im Elisabeth-Tombrock-Haus arbeiten wollte. Hier ist ihre im vergangenen Jahr gestorbene Oma zehn Jahre lang betreut worden. Gemeinsam mit Ergotherapeutin Dorothee Betke hat die 14 jährige mit den Senioren gesungen, vorgelesen und viel gelacht. Auch das Verteilen der Getränke und Aufschlagen der Liederbücher zählten zu ihren Aufgaben. „Jetzt kenne ich viele alte Schlager“, schmunzelte sie, wenn sie an die Musikstunde mit den Bewohnern denkt. „Manche haben sich bedankt, ich habe dadurch auch viel zurück bekommen“, freut sich die Schülerin über ihr erfolgreiches Praktikum. Gute Noten haben ihr Dorothee Betke und Wohnbereichsleiterin Katharina Wirz. „Sie hat sich rührend um die Senioren gekümmert, war immer pünktlich zur Stelle und hat manchmal auch länger gearbeitet“, lobte Sie ihr Engagement. Auch im nächsten Jahr würden sie gern wieder Schüler der Fritz-Winter-Gesamtschule für ein Sozialpraktikum nehmen.

„Angesichts des Fachkräftemangels ist es wichtig, jung und alt schon früh zusammen zu bringen, und bei den Jugendlichen das Interesse am Pflegeberuf zu wecken“, erklärt Dorothee Betke. Bis zu den Sommerferien wollen Sabrina Langhals und Simone Homborg die Sozialpraktika im Religionsunterricht mit den Schülern aufarbeiten. Beide lobten die gute Zusammenarbeit mit den Einrichtungen, die das ehrenamtliche Engagement ermöglicht hatten. Das waren Seniorenheime, das Forum Armut für Menschen in Not, Kindertageseinrichtungen, der offene Ganztagsbereich in Schulen, weitere caritative Einrichtugen und das Tierheim.

Sonntags Rundblick 26.06.2011