Dienstag, 14.03.2017

Menschen den Alltag angenehmer machen

Freiwilligendienste im Elisabeth-Tombrock-Haus als Chance

Bewohnerin Maria Helbeck dankt Philipp Lotka, der sie gerade im Rollstuhl zur Gymnastik gebracht hat.

„Wie funktioniert eigentlich Altenpflege?“ Das fragte sich Amera Alihodcik vor einem Jahr um diese Zeit. Damals besuchte sie die 10. Klasse der Overbergschule, hatte diverse Praktika absolviert und begann, sich für Pflegeberufe zu interessieren. Eine Nachbarin machte sie auf das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) im Elisabeth-Tombrock-Haus aufmerksam.
Seit sieben Monaten ist die 17-Jährige inzwischen dabei. Im Seniorenheim an der Kapellenstraße unterstützt sie Pflege- und Hauswirtschaftsmitarbeiter bei deren täglicher Arbeit für die Bewohner. Tische decken, Essen austeilen, Wäsche verteilen, Betten beziehen etc. gehören zu ihren Aufgaben. Und ganz nebenbei erhält Amera einen Einblick in den Berufsalltag der Altenpflege. „Mir macht es Spaß, für Menschen da zu sein und ihr alltägliches Leben zu unterstützen,“ sagt sie. „Ich hatte es mir zuvor eher schwierig vorgestellt, mit den Bewohnern in Kontakt zu kommen, vor allem mit den demenziell erkrankten Menschen.“ Aber der Umgang mit Hochbetagten macht ihr so viel Freude, dass sie ab Sommer ihre Ausbildung als Altenpflegerin beginnen wird.

Auch Philipp Lotka macht ein FSJ im Elisabeth-Tombrock-Haus. Nach seinem Realschulabschluss war es ihm wichtig, Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln. Im Sozialen Dienst übernimmt er Aufgaben wie Hol- und Bringedienste zu Veranstaltungen und Festen, Spaziergänge und kleine Spielrunden mit den Bewohnern sowie kleinere administrative Tätigkeiten. „Ich habe viel gesehen und unterschiedliche Leute erlebt.“ Auch in seinem Berufswunsch hat es ihn bestärkt. „Ich konnte der Ergotherapeutin über die Schulter schauen und beim Kraft- und Balancetraining helfen.“ Der 18-Jährige wird eine Ausbildung als beginnen, das steht inzwischen fest.

Im Sommer endet für die beiden und für weitere Freiwillige der Dienst im Elisabeth-Tombrock-Haus. Dann stehen dort zehn freie Plätze für Einsteiger ins FSJ oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD) zur Verfügung. Sie richten sich an Bewerber, die Lust haben, das Leben im Seniorenheim mit ihrem Engagement zu bereichern.

Interessierte finden im Haus ein großes Angebot an Tätigkeitsfeldern. Dazu zählen die Begleitung und Unterstützung älterer Menschen, hauswirtschaftliche Arbeiten, Botengänge innerhalb und außerhalb des Hauses, Getränkeverteilung, Arztbegleitungen, Mitwirken bei Veranstaltungen oder Dienst am Empfang des Hauses.
Als FSJ-ler oder BFD-ler ist eine Tätigkeit von zwölf Monaten möglichen, in Teilzeit oder Vollzeit, und mit der Option einer Verlängerung auf 18 Monate. Geboten werden ein Taschengeld von 370 bis 380 Euro monatlich, externe Fortbildungen, Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge für die Dauer es FSJ und des BFD, Urlaubsanspruch und Anspruch auf Kindergeld. Darüber hinaus erhalten die Mitarbeiter der Freiwilligendienste ein qualifiziertes Zeugnis über das geleistete soziale Engagement, das bei Bewerbungen sehr förderlich sein kann.

„Freiwilliges Engagement lohnt sich für alle und ist gerade für junge Menschen ein großer persönlicher Gewinn, denn sie sammeln praktische Erfahrungen und erhalten erste Einblicke in die Berufswelt“, so Anne Troester, Leiterin des Elisabeth-Tombrock-Hauses. Auch könnten ältere Freiwillige über 27  ihre Lebenserfahrung einbringen und nach einer Familienphase wieder Anschluss finden - und Rentner durch freiwilliges Engagement weiter mitten im Geschehen bleiben.

Bewerbung kurzfristig möglich

Der Start für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst  (BFD) ist zum 1. August bzw. 1. September möglich. Wichtig ist eine kurzfristige Bewerbung bei Einrichtungsleiterin Anne Troester, telefonisch unter der Nummer 89 33 oder per E-Mail an anne.troester@st-clemens-gmbh.de.  

Ahlener Zeitung, 14.3.2017