Samstag, 05.05.2012

Kreuzweg-Schenkung für die Kapelle im Tombrockhaus

Ahlen (eve). Vieles verbindet die beiden älteren Herren in ihrem Leben: Sie wurden 1926 gemeinsam in die alte Nordenschule eingeschult, wechselten zum Städtischen Gymnasium, wo sie 1939 zusammen das Abitur bestanden. Und jetzt gibt es zwischen Ludger Schulte und Dr. Heinz Savelsberg, beide sind inzwischen 92 Jahre alt, eine weitere Gemeinsamkeit: Beide haben dem Elisabeth-Tombrock-Haus (ETH) Stationen des Kreuzweges der früheren Marienkirche zum Geschenk gemacht.

Ludger Schulte stiftete seine beiden Exemplare schon vor einiger Zeit, und Dr. Heinz Savelsberg übergab das seine am gestrigen Freitag offiziell in der Kapelle des Hauses. „Christus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz“ ist das Bild betitelt, das nun seinen Platz neben der Madonna der Telgter Wallfahrt bekommen hat.

Einrichtungsleiterin Anne Troester und ihr Stellvertreter Mathias Wohde bedankten sich bei dem Spender, der seit langer Zeit in Werne lebt. In seinem großen Haus habe das Bild immer im Treppenaufgang gehangen, erzählt er bei der kleinen Feierstunde. Bis zu einem Telefonat mit seinem alten Mitschüler Ludger Schulte. Der habe ihn in einigen Gesprächen überzeugen können, dass das Bild der neunten Station des Kreuzweges einen guten Platz in der Kapelle des Seniorenheims haben könnte.

Bekommen hatte Savelsberg das Bild über die Großeltern seiner inzwischen verstorbenen Frau. Die Kellings, eine Ackerbürgerfamilie, hatten sich damals mit der Spende einer Kreuzwegstation am Neubau der Marienkirche im Jahre 1900 beteiligt. Als „Gegenleistung“ hatte der Pfarrer den Spendern je ein Exemplar des alten Kreuzweges geschenkt, der nicht mehr gebraucht wurde. So war auch die Familie von Ludger Schulte an ihre beiden Exemplare gekommen. Alle drei hängen nun im Kapellenbereich des Hauses.

Dr. Heinz Savelsberg regte am Freitag an, doch Ahlener Besitzer weitere Kreuzwegstationen über die Zeitung zu finden. „Vielleicht möchten die ja ihre Exemplare auch dem Tombrockhaus spenden, so dass dann hier noch weitere Stationen einen Platz finden können.“

Anne Troester und Mathias Wohde waren erfreut über die Initiative. „Wir finden es ganz toll, wie unser Bewohner Ludger Schulte die Ahlener Geschichte immer wieder in unser Haus bringt“, so Troester.

 

„Die Glocke“, 05. Mai 2012