Samstag, 22.04.2017

Kindheitserinnerungen geweckt

So klang es einst im Münsterland: "Plattdeutscher Nachmittag" im Elisabeth-Tombrock-Haus

(v.r.): hans Schwartze, Reinhilde Schoppmann, Tönne Schmalbrock und Elisabeth Wehling. Zum Dank ein "Bütterken", serviert von Ingetraud Mauer (l.).

Ahlen. Plattdeutsch sprechen, "Platt küern" - das können viele Bewohner des Elisabeth-Tombrock-Hauses noch sehr gut, denn es ist die Sprache ihrer Kindheit und Jugend. Beim "Plattdeutschen Nachmittag" in der bis auf den letzten Platz gefüllten Cafeteria des Seniorenheims lebte die Mundart, die einst im ganzen Münsterland verbreitet war, jetzt wieder auf.

Eine Theatergruppe der Volkshochschule Ahlen um Hans Schwartze erfreute ihr Publikum mit fröhlichen Gedichten und Anekdoten "up Platt". Die anfangs ruhige Aufmerksamkeit der Bewohner steigerte sich immer mehr zu Begeisterung, und am Ende der Vorträge füllten fröhliches Lachen und anhaltender Applaus den Raum. Dazu trug bei, dass an vielen Tischen schon fast vergessene Erinnerungen an die eigene Schulzeit und an Kindheitserlebnisse wach wurden und die Zuhörer diese einander weitergaben - selbstverständlich ebenfalls auf Plattdeutsch. Die Freude an der alten und für einen Nachmittag neu entdeckten Sprache war nicht zu überhören. Bewegend wurde es zum Abschluss, als Akteure und Bewohner gemeinsam "Mien Mönsterland" sangen, eine Liebeserklärung an die heimatliche Region.

Das Elisabeth-Tombrock-Haus hatte den passenden kulinarischen Rahmen bereitgestellt: eine Münsterländer Tafel mit Kaffee, Kuchen und klassischen westfälischen Schmalzbroten. "Unter den Bewohnern gab es auch genügend 'Übersetzer', die den jüngeren Gästen und Kollegen, von denen einige kaum ein Wort Plattdeutsch verstehen, die Texte nahebrachten", freute sich Pflegedienstleiter Udo Reins.

Das Stadtteilcafé in der Cafeteria des ETH hat täglich von 14.30 - 17.00 Uhr geöffnet und bietet Bewohnern, Gästen und Besuchern Kaffee und Kuchen an. Einmal im Jahr findet dort der "Plattdeutsche Nachmittag" statt.

Ahlener Zeitung, 22. April 2017