Samstag, 10.11.2012

Jeder hat hier seine Bezugsperson

Wertvolle Betreuungsassistentinnen

Ein gutes Team: Mathias Wohde inmitten der Betreuungsassistentinnen: Maria Lodenkemper, Angelika Wichmann, Ursula Alduk, Hazmi Varis, Martina Porombka, Anna Wirz, Sabine Appelbaum und Christa Laufer.

Von Sabine Tegeler

 

Ahlen. Nach gut vier Jahren hat es sich eingespielt. Das Team kennt sich und die Aufgaben, die Erfolge sind sichtbar geworden. Anlass für Mathias Wohde, Vizeleiter des Elisabeth-Tombrock-Hauses, die neun Betreuungsassistentinnen des Seniorenheims an der Kapellenstraße einmal näher vorzustellen.

Neun Frauen sind es, die dafür sorgen, dass jene Bewohner, die ihren Alltag selbst nicht mehr bewältigen können, eine Bezugsperson haben. Jemand, der regelmäßig zu Besuch kommt, sich mit ihnen unterhält, spielt oder sie einfach nur mal in den Arm nimmt.

Dabei handelt es sich nicht um einen ehrenamtlichen Besuchsdienst, sondern um einen sozialversicherungspflichtigen Job. Mathias Wohde erklärt den Hintergrund: „2008 gab es eine Pflegereform. Und dabei wurde beschlossen, dass Pflegeheime für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz zusätzliche Betreuungskräfte einstellen können.“

Pro 25 betroffener Menschen werde eine Stelle genehmigt. Im Elisabeth-Tombrock-Haus sind 74 Menschen eingeschränkt, also in den meisten Fällen an Demenz erkrankt. Drei Stellen stehen dem Seniorenheim dementsprechend zu.

Mittlerweile teilen sich neun Frauen diese drei Stellen und kommen zwischen zehn und 25 Stunden pro Woche, um sich um die alten Leute intensiv und ganz personenbezogen zu kümmern. „Jeder hat seine festen Bewohner“, berichtet Angelika Wichmann, schließlich wollen die Betreuungsassistentinnen eine Beziehung zu den Betroffenen herstellen und Vertrauen schaffen: „Wir lassen uns voll auf die Bewohner ein.“ Ihre Kollegin Maria Lodenkemper hat einen besonderen Begriff dafür gefunden: „Wir sind Welt-Alltagsbegleiterinnen. Wir begleiten die Menschen durch ihren Alltag und durch die Welt.“

Alle Frauen haben eine 160 Stunden umfassende Fortbildung für den Umgang mit Demenz-Patienten besucht. Fünf von ihnen waren schon früher im Elisabeth-Tombrock-Haus beschäftigt, vier sind als „Quereinsteigerinnen“ hinzugekommen. Aber alle sind sich einig, eine verantwortungs- und vor allem sehr sinnvolle Aufgabe innezuhaben. Sie geben Menschen Orientierung und Verlässlichkeit. „ Das ist etwas ganz Wertvolles, das man hier macht“, befindet Hazmi Varis.

Und auch die Angehörigen wissen die Arbeit der Frauen zu schätzen: „Manche wohnen ja nicht hier und können nicht so oft kommen. Die sind sehr froh über dieses Angebot“, hat Anna Wirz erfahren.

 

Ahlener Zeitung, 10.11.2012