Freitag, 28.10.2005

Hund „Paul“ baut Brücken zum Menschen mit Demenz

Jeden Dienstag besuchen Barbara Siegert und ihr Hund „Paul“ Bewohnerinnen und Bewohner im Elisabeth-Tombrock-Haus. Bei „Paul“ mit seinem goldbraun schimmernden Fell handelt es sich jedoch um keinen gewöhnlichen Magyar Vizsla: Er ist ein ausgebildeter Therapiehund.

Schon bei der Ankunft im Seniorenheim wird „Paul“ von allen Seiten freudig begrüßt. Viele Bewohner kennen ihn schon, möchten den ebenso kontaktfreudigen wie gutmütigen Hund gerne streicheln. Aber bevor es in den Sinnesgarten geht, holen Barbara Siegert und „Paul“ Stefan Kehr aus dem Wohnbereich 7 ab. Inzwischen hat sich schon eine ganz besondere Freundschaft zwischen dem Hund und dem 85-jährigen Bewohner des Elisabeth-Tombrock-Hauses entwickelt: „Paul“ läuft direkt zum Zimmer von Stefan Kehr, und dieser weiß ganz genau, wo sein vierbeiniger Freund am liebsten gekrault wird.

Barbara Siegert weiß, wie wichtig diese regelmäßigen Besuche für Stefan Kehr sind. Sie macht eine Ausbildung zur Heilpädagogin mit dem Schwerpunkt „Tiergestützte Therapie“. In diesem Zusammenhang besucht sie mit „Paul“ regelmäßig demenziell erkrankte Menschen im Elisabeth-Tombrock-Haus. Tiere bauen Schwellenängste ab, sie bereichern die Kontakt- und Beziehungsfähigkeit und setzen seelische Prozesse in Gang. Gerade bei demenziell erkrankten Menschen, die in ihrer Kommunikation eingeschränkt sind, entstehen sehr intensive Gespräche allein über Körpersprache und -kontakt. Die Bewohner im Seniorenheim an der Kapellenstraße haben die Möglichkeit, den Therapiehund kennen zu lernen, mit ihm zu spielen oder einfach zu beobachten, wie er im Garten herumtollt. Oft ergeben sich auch beim gemeinsamen Zusehen von der Bank aus gute Gespräche.

Barbara Siegert ist gelernte Reittherapeutin und hat früher für blinde Menschen u.a. Wanderritte in Österreich organisiert. Durch ihr Zusatzstudium der Heilpädagogik kam sie zur „Tiergestützten Therapie“. Gemeinsam mit ihrem geschulten Hund „Paul“ betreut sie regelmäßig demenziell erkrankte Menschen und Kinder in einer Sonderschule.