Freitag, 01.02.2008

„Die sahen alle aus wie Laubfrösche!“

Im Januar ging das Noro-Virus um, rund 50 Bewohner und Mitarbeiter des Elisabeth-Tombrock-Hauses waren betroffen. Als Schutzmaßnahme blieb das Seniorenheim etwa zwei Wochen geschlossen. Ein kurzer Bericht über die Situation aus Sicht der Bewohner...

Alwine Kalisch, Josefine Masmeier und Emmi Bünte. „Wir haben das Beste draus gemacht…“ Viel Zeit zum Stricken und Klönen.

Ruhig war es plötzlich im Elisabeth-Tombrock-Haus geworden, in dem normalerweise ein Kommen und Gehen herrscht. Für Besucher und Mitarbeiter gab es strenge Hygienevorschriften. Hilfsmittel wie Kittel, Mundschutz und Desinfektionsmittel bestimmten den Alltag. „Mir war so schlecht. Ich dachte schon, ich sei in Umständen“, sagte die 86-jährige Bewohnerin Emmi Bünte. „Keiner von uns durfte mehr nach unten in die Cafeteria oder ins Restaurant. Wir aßen im Wohnbereich oder in unseren Zimmern.“
„Es herrschte eine gespenstische Atmosphäre“, erinnert sich auch Heinz Wehnhardt, Vorsitzender des Heimbeirats, an diese Zeit. Rund 50 Bewohner und Mitarbeiter waren vom Noro-Virus betroffen. Wer seine Angehörigen im Elisabeth-Tombrock-Haus besuchte, musste sich einen grünen Schutzkittel überziehen und die Hände desinfizieren. „Die sahen alle aus wie Laubfrösche“, schmunzelt Josefine Masmeier.

Aber auch diejenigen Bewohner, die nicht erkrankt waren, mussten ihre Alltagsgewohnheiten umstellen. „Wir konnten nicht zum Kochen in die Hobbyküche, die Musiknachmittage und alle Veranstaltungen wurden abgesagt“, berichtet Frau Bünte. „Unser täglicher Spaziergang endete in dieser Zeit bereits an der Tür zum Wohnbereich“, ergänzt die 81-jährige Alwine Kalisch. „Weiter durften wir nicht.“ Denn überall dort, wo viele Menschen zusammentreffen, hat das Virus leichtes Spiel.
„Wir haben das beste draus gemacht“, meint Frau Kalisch. „Manch einer hat gelesen oder ferngesehen, es wurde eben häufiger telefoniert. Und ich hatte endlich mal wieder Zeit zum Stricken!“

Nur wenige Tage nach Aufhebung der Isolation wurde in diesem Jahr besonders ausgelassen Karneval gefeiert. Unter dem Motto „Der Virus ist jetzt endlich weg – drum sind wir heute alle jeck!“ präsentierten sich Mitarbeiter und Ehrenamtliche des Hauses in umgenähten Kostümen aus grünem Schutzkittelstoff, sehr zur Freude aller Bewohner.