Mittwoch, 07.03.2018

Unterstützung in der letzten Phase des Lebens geben

Ahlen. Sterben ist ein Teil des Lebens – wer in einem Seniorenheim arbeitet, spürt das in seinem Arbeitsumfeld besonders deutlich. „Wir begleiten unsere sterbenden Bewohner bis zuletzt, wollen ihre Würde achten und im Respekt vor ihrem Leben so handeln, wie es der Sterbende wünscht und bedarf“, sagt Kerstin Holtkamp vom Sozialdienst des Elisabeth-Tombrock-Hauses.

Mitarbeiterinnen aus Pflege, Hauswirtschaft und Sozialdienst des Elisabeth-Tombrock-Hauses nahmen an einer Fortbildung zum Thema Sterbebegleitung teil, die Pfarrerin Katrin Naechster (5.v.l.) leitete.

Damit das nicht nur Theorie bleibt, haben sich jetzt 16 Mitarbeiterinnen aus Pflege, Hauswirtschaft und Sozialdienst des Seniorenheims bei einer Fortbildung mit dem Thema Sterbebegleitung befasst, unter fachlicher Leitung von Pfarrerin Katrin Naechster. Zweimal im Jahr gibt es ein entsprechendes Angebot. Fragen des besten Vorgehens und professionellen Handelns stehen dabei im Mittelpunkt. 

„Die Begegnung mit dem Sterben und mit Sterbenden ist immer wieder mit Unsicherheit verbunden, besonders wenn es aus privaten Zusammenhängen keine Erfahrungen damit gibt“, weiß die evangelische Theologin. Die Fortbildung solle helfen, mit dieser Unsicherheit umzugehen, und versuchen, sie zu verringern.
„Dabei wirken allerdings keine Techniken, Strategien oder vermeintliche Patentrezepte“, so Naechster. Je klarer man sich seiner eigenen inneren Haltung gegenüber dem Tod sei, desto eher könne man Sterbenden Unterstützung geben.

Die Lebensgeschichten vieler heute alter Menschen seien in deren Kindheit oder Jugend vom Zweiten Weltkrieg berührt worden. Dies habe für sie den Tod oftmals mit Gewalt und Grauen verknüpft, was einen friedvollen Abschied erschweren könne. „Das Wissen um späte Auswirkungen erlittener Traumata kann den Umgang mit betroffenen Menschen deutlich erleichtern“, beschreibt die Pfarrerin eine Zielrichtung der Fortbildung. Letztlich gelte allerdings, dass das Leben jedes Menschen einzigartig und sein Sterben individuell sei. 

Ahlener Tageblatt, 7. März 2018