Samstag, 28.10.2017

Fernab von Ikea - „Gute Stube“ im Elisabeth-Tombrock-Haus

Ahlen. Die Tür geht auf und eine kleine Reise beginnt – in eine Welt fernab von Ikea und Wohnlandschaften. Die neue „Gute Stube“ im Elisabeth-Tombrock-Haus versetzt die Besucher in die Einrichtungswelt der 30er und 40er Jahre und damit in die Jugend derer, die heute in dem Seniorenheim zu Hause sind.

Aus einem ehemaligen nüchternen Besprechungsraum im Erdgeschoss ist ein heimeliges Kleinod geworden. Mit Möbeln im Biedermeierstil, ebensolchem Porzellan und einem Kronleuchter, der heutzutage in die Rubrik „Vintage“ fällt. Tapeten und Vorhänge, Deko und ein Stickbild an der Wand machen’s rund.

„Ja, super! So war das früher auch bei uns“, ist Ruth Damberg offensichtlich sehr zufrieden, wie der große Buffetschrank, die acht Polsterstühle und das Sideboard aus ihrem Elternhaus neu in Szene gesetzt wurden.  Sie, die vielen älteren Ahlenern als „Aggi“ Bieling – Tochter des Augenarztes Bieling – bekannt ist, trennte sich für diesen guten Zweck von den Erbstücken: „Die Kinder wollten sie ja auch nicht, die haben ihre eigenen voll eingerichteten Haushalte“, spricht Ruth Damberg das aus, was viele Senioren aus der eigenen Familie kennen.  Umso schöner für die Spenderin, dass die alten Stücke, die Ende der 30er Jahre von der damaligen Schreinerei Klockenbusch gefertigt wurden, nun wieder solche Wertschätzung erfahren.

„Es hat ein Jahr gedauert, wir haben den Gedanken gut reifen lassen“, schaut Erhard Richard, Vorsitzender des Fördervereins, zurück auf die erste Idee einer „Guten Stube“. Denn der Förderverein verfolge ja immer nur ein Ziel: „Was wir machen, muss den Bewohnern zugute kommen und einen erlebbaren Mehrwert darstellen.“ Das tut die „Gute Stube“ auf alle Fälle: Die Senioren können sie nutzen für kleine Feiern, für Kaffeetafeln, für Lese- und Spielrunden. Und das alles in echter Wohlfühlatmosphäre.

Einrichtungsleiterin Anne Troester hatte seinerzeit in einer Angehörigenrunde über die Idee der „Guten Stube“ gesprochen – zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Denn mit dabei saß eine Freundin von Ruth Damberg. Sie stellte den Kontakt her und die ganze Sache nahm Fahrt auf.

„Dank der Möbelspende konnten wir unseren gesetzten Rahmen von 10.000 Euro in die Beschaffung weiterer Dinge verwenden“, freut sich Erhard Richard mit Blick auf den neuen Boden und die noch dazugekauften und neugepolsterten Stühle. Mit seinem Stellvertreter Heinz Wehnhardt und Hans-Dieter Mauer vom Heimbeirat ist er stolz darauf, dass dieser kleine Förderverein doch so große Dinge auf den Weg bringen kann.

Besonderer Dank, so sagt Anne Troester abschließend, gelte aber auch Käthe Winkelmann. Die Hauswirtschaftsleiterin habe nämlich beim Einrichten hervorragenden Geschmack und Stil bewiesen und mit ihren Anregungen die „Gute Stube“ zu dem gemacht, was sie jetzt ist: ein schmuckes Wohn-Schatzkästchen.

Ahlener Zeitung, 28. Oktober 2017