Montag, 26.11.2012

Bei der Ausbildung von Altenpflegern eigener Weg

Bei der Ausbildung ihrer Altenpfleger hat das Elisabeth-Tombrock-Haus einen eigenen Weg eintwickelt. Die Auszubildenden haben bei Praktika oder Freiwilligendiensten die Einrichtung zuvor kennen gelernt. Das Bild zeigt (v.l.) Udo Reins, Annika Schydlo, anne Troester, Miriam Tokarczyk und Nasrat Sekandarzada.

Ahlen (eve). Angefangen hat das Elisabeth-Tombrock-Haus (ETH) im Jahr 2004 mit zwei Auszubildenden in der Altenpflege. Inzwischen sind es zwölf junge Leute, die in dem Seniorenwohnheim an der Kapellenstraße den Beruf lernen. Einen Beruf mit Zukunft, denn nach Aussage von Pflegedienstleiter Udo Reins sind derzeit 30.000 Altenpflegestellen nicht besetzt. Deshalb hat man sich im Elisabeth-Tombrock-Haus einen ganz eigenen Weg erschlossen, die jungen Menschen zu erreichen. „Wir bieten in jedem Jahr zahlreiche Praktikumsplätze bei uns an. Dafür gehe ich zum Beispiel in die Hauptschulen und stelle unser Haus vor“, sagt Einrichtungsleiterin Anne Troester. Einige der Praktikanten, das erlebe man immer wieder, würden dann später ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst ableisten. Wem die Tätigkeit danach immer noch Spaß mache, der schließe ganz oft im Anschluss einen Ausbildungsvertrag ab. „Das hat den Vorteil, dass die Auszubildenden genau wissen, worauf sie sich einlassen. Und wir kennen die Bewerber schon gut und kaufen bei der Einstellung nicht die Katze im Sack.“ Das habe dazu geführt, sagt Anne Troester, dass in den vergangenen Jahren kein einziger Auszubildender mehr von außen gekommen sei. „Wir kennen sie alle schon von vorherigen Praktika oder Ähnlichem.“ Ein großer Vorteil sei das sowohl für die Auszubildenden als auch für den Arbeitgeber. Das Ergebnis dieser Praxis: Alle sind miteinander und den Umständen zufrieden, erzählen auch die Auszubildenden Miriam Tokarczyk und die frisch examinierte Altenpflegerin Annika Schydlo. Bei der Vorstellung am Freitagvormittag dabei war Nasrat Sekandarzada, der seit vier Jahren als Altenpfleger im Tombrock-Haus arbeitet und für die Auszubildenden als Mentor fungiert. Auch von diesen Betreuern gebe es im Haus ein gutes Dutzend. So besteht ein optimales Verhältnis von Azubis und Anleitenden. Denn die Mentoren sind dazu da, den neuen Auszubildenden zur Seite zu stehen und ihnen, entsprechend dem Stand ihrer Ausbildung, behilflich zu sein. „So haben die Auszubildenden immer einen Ansprechpartner, wenn sie gerade in der praktischen Ausbildung sind“, sagt Pflegedienstleiter Udo Reins und zeigt sich außerordentlich zufrieden mit der Praxis im Elisabeth-Tombrock-Haus. „Wir haben in den vergangenen Jahren bis auf ganz wenige Ausnahmen alle von uns ausgebildeten Altenpfleger auch übernommen.“

Die Glocke, 26.11.2012